Barocker Theatersommer
2015

Der Barocke Theatersommer steht dieses Jahr ganz im Zeichen von Georg Anton Benda (1722-1795). Der Komponist startete von Potsdam aus eine beispiellose Karriere, wo er als Mitglied in der Hofkapelle von Friedrich II begann. Später entwickelte er sich zu einem der meistgespielten Komponisten Europas. Benda gilt heute als musikalischer Erneuerer. So „erfand“ er das Melodram. Ein absolutes Novum für das 18. Jahrhundert. Eine Kompositionsform, bei der – anders als in der Oper – der Text nicht gesungen, sondern gesprochen wird. Der musikalische Almanach schrieb damals treffend: „Das Orchester hält beständig den Pinsel in der Hand, diejenigen Empfindungen auszumalen, welche die Deklamation des Akteurs beseelen.“ Mit diesem Kunstgriff brach Benda die starren Konventionen der Barockoper, was ihm viel Anerkennung einbrachte.

Ariadne auf Naxos

Ariadne hat alles zurückgelassen: Familie, Freunde und die Heimat, nur für diesen Mann – Theseus. Sie hatte sich in ihn verliebt und rettete ihm mit einer List das Leben. Die beiden sind vor den Häschern auf die steinige Insel Naxos geflohen, wo sie glücklich sind, doch Theseus wird sie verlassen. Just in diesem Moment setzt das Stück ein und führt dem Zuschauer die tiefe Zerrissenheit von Theseus vor Augen, das ungläubige Staunen der Ariadne, das später in einem aufwühlenden und verzweifelten Drama kulminiert. Das Orchester malt Höhen und Tiefen des Melodrams in wunderbaren Farben. Ein fesselndes Erlebnis, ist doch der „alte“ Stoff heute noch genauso aktuell.

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